Die Welt der Animorphs
  Leseprobe Band 20 - Die Entdeckung
 
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Leseprobe

Wir waren in der Scheune. Cassies Scheune. Auch bekannt als Pflegeklinik für Wildtiere. Cassies Eltern sind beide Tierärzte. Und auch sie selbst ist total vernarrt in Tiere.

Sie bewies es uns wieder einmal: Während wir anderen in heilloser Aufregung waren, stopfte sie seelenruhig einem mächtigen Schwan Tabletten in den Schlund.

"Wie konnte dieser blaue Würfel bloß heil bleiben?", fragte Rachel. "Die Yirks haben Elfangors Raumschiff mir ihren Draconstrahlern pulverisiert. Wir waren dabei. Wir haben doch gesehen, wie es passierte."

Wir blickten alle zu Ax hin. Nicht immer muss Ax zu unserem Treffen kommen. Aber diesmal brauchten wir ihn. Er war in seinem eigenen, fabelhaft kuriosen Andalitenkörper. [...]

Er war unser Experte für alles außerirdisch bizarre. Wen wundert's, wo er ja selber ein total bizarrer Außerirdischer war.

"Was ist deiner Meinung nach passiert, Ax?", fragte ihn Jake.

< Ich weiß es nicht >, sagte Ax und bediente sich dabei der andalitischen Gedankensprache.

"Was soll das heißen, du weißt es nicht?", sagte Rachel. "Hat es mit diesem blauen Würfel irgendeine besondere Bewandtnis? Zum Beispiel, dass sie nicht von Draconstrahlern zerstört werden können?"

< Nein. Draconstrahler können sie sehr wohl zerstören. Ich kann mir nur denken, dass es sich um ein simples Zusammentreffen mehrerer unwägbarer Faktoren handelte. >

"Ist das Andalitisch für einen verdammten Zufall?", fragte ich.

< Ja. Der Draconstrahl, der das Schiff meines Bruders traf, hat vermutlich einen Explosionsdruck verursacht. Vielleicht wurde einfach durch diesen Druck der Escafilator mit hoher Geschwindigkeit weggeschleudert. >

< Der was? >, fragte Tobias.

Tobias hockte auf seinem üblichen Platz: oben im Dachgebälk, wo er durch die Heuluke nach draußen sehen kann. [...] Bei diesen kleinen Zusammenkünften dient er uns mit seinen laserscharfen Bussardaugen und seinen ausgezeichneten Bussardohren als Aufpasser, da,ot sich niemand unbemerkt anschleichen kann.

< Wir bezeichnen das Gerät als Escafilator. Eigentlich hat es mehrere Namen. Escafil war der Erfinder der Morphingtechnologie. Also, die wissenschaftliche Grundlage ist ganz unglaublich. Das Gerät simuliert eine kaskadierende zelluläre Regeneration, die an einen Z-Raum gekoppelt ist und - >

"Das ist uns schnurzpiepegal!", sagte ich. "Von mir aus kann es im ganzen Z-Raum rumkaskadieren. Der Punkt ist, dieses Ding, dieses Kästchen, dieses Gerät, dieser Morphwürfel gehört im Moment irgendeinem Typen namens David, der mich für einen Idioten hält!"

Rachel nickte nachdenklich. "Nun, wenn er Marco für einen Idioten hält, kann er ja nicht so blöd sein." Sie schlug die Augenlider zu mir nieder, um mir zu zeigen, dass sie nur einen Scherz gemacht hatte.

Ich liebe es, wenn sie das macht.

"Wir müssen uns dieses Kästchen holen", sagte ich.

"Jawohl", pflichtete Jake mir bei. "Ganz genau."

"Bevor er rausfindet, was es ist", sagte Cassie, die sich erstmals zu Wort meldete. "Und noch wichtiger: Ehe die Yirks entdecken, dass er es hat."

Ich musterte Cassie lang und eindringlich. Wisst ihr, es hatte da nämlich einen kleinen Zwischenfall mit Cassie gegeben. Sie verließ die Animorphs, weil sie, glaube ich, Probleme mit manchen Dingen hatte, die wir tun müssen.

Sie kam natürlich zurück. Aber seitdem fühlte ich mich in ihrer Gegenwart ein bisschen unsicher. Cassie hat viel zu hohe moralische und ethische Wertvorstellungen. Ständig fragt sie sich, ob etwas richtig oder falsch ist. Ich dagegen frage mich bloß, ob etwas hinhaut oder nicht.

Beinahe hätte ich was Abfälliges zu Cassie gesagt, aber dann beschloss ich doch, den Mund zu halten. Cassie hat mir mehr als einmal das Leben gerettet. Und so einem Menschen lässt man vieles durchgehen.

"Okay, wir brauchen also Informationen", sagte Jake. "Vor allem müssen wir rauskriegen, wo dieser Junge wohnt. Dann gehen wir hin und holen uns die Bluebox."

< Wir müssen aufpassen, dass dieser Bengel auf keinen Fall spannt, was los ist >, ergänzte Tobias.

"Und es versteht sich von selbst, dass wir David nicht verletzen dürfen.", mahnte Jake. "Er ist ein harmloser Unbeteiligter."

"Null Problemo", sagte Rachel. "Er ist kein Hork-Bajir, er ist kein Taxxon und er ist nicht Visser Drei. Wir gegen irgendeinen Schuljungen? Also, bitte. Das machen wir doch mit links."

Normalerweise bin ich abergläubisch bei allem, von dem es heißt, es sei eine Kleinigkeit. Aber diesmal fand selbst ich das nicht Besorgnis erregend.

Jetzt hatte ich einen neuen Aberglauben: Wann immer ich mir keine Sorgen mache, finde ich das Besorgnis erregend.

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