Die Welt der Animorphs
  Leseprobe Band 23 - Der Erbe
 
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Leseprobe

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... Ich morphte mich in einen Greifvogel. Und machte einen Fehler. Ich überzog das gültige Zeitlimit von zwei Stunden für den Morph. Als die Zeit abgelaufen war - war ich gefangen. Gefangen im Körper eines Rotschwanzbussards.

Gefangen in einer Welt, wo ein anderer Vogel ein gefährlicher Feind sein kann. Gefangen in einer Welt, wo ich töten muss, um zu essen. Und nicht, wie es die Menschen tun, die irgendwen anheuern, damit er die Tiere ausbluten lässt und ihre Knochen zermalmt, und dann ihr Essen in hygienisch eingeschweißten Päckchen im Supermarkt kaufen.

Ich muss meine Nahurng selber töten. Ich muss hinabstoßen und meine scharfen Klauen in das Gehirn bohren, in den Hals. Ich muss fühlen, wie das Herz zu schlagen aufhört. Nachdem ... nachdem ich schon zu fressen begonnen habe.

Das bedeutet der Name Tobias. Für diesen Tobias. Für diese eine seltsame, einmalige Kreatur.

Da! Bewegung!

Nur ein schwaches Zucken eines einzelnen Grashalms. Ich sah zu meinem Rivalen hinüber. Er hatte es nicht bemerkt. Diese Beute gehörte mir.

Ich öffnete meine Schwingen, erwischte eine Brise und strich im Tiefflug über die aufragenden Wildblumen und das wogende gelbe Gras.

Wuuuusch!

Ich sah etwas Braunes huschen. Da das kleine Kaninchen. Ich war hochkonzentriert. Elektrisiert.

Es passierte in Sekunden.

Ich drückte die Luft weg, veränderte den Anstellwinkel der Flügel, spreizte die Schwanzfedern zum Zielanflug und stürzte mich mit weit geöffneten Klauen auf das Kaninchenbaby.

Es sah mich nicht kommen!

Im Gegensatz zu seiner Mutter, aber die war einen Meter weit weg. Zu weit!

Gleich würden sich meine Fänge schließen...

< Aaaahhhh! >

Plötzlich war ich ängstlich, hilflos, starr vor Schreck! Über mir verdunkelten andere Flügel die Sonne. Riesige, monströse Fänge näherten sich von oben, als griffen sie direkt aus dem Himmel.

Ich schrie entsetzt auf. Und fiel mit dem Schnabel voraus in den Dreck. Ich war wieder ein Bussard. Aber ich war im Dreck gelandet und hatte meine Beute verfehlt. Ich flatterte wie verrückt, geriet in Panik. Ich versuchte aufzusteigen, aber dann...

WAPP!

Zwei ausgewachsene Kaninchenbeine kickten nach mir und trafen mich seitlich am Ohr, dass mein Kopf nach hinten flog und ich fast ohnmächtig geworden wäre.

Meine Augen waren voller Staub. Ich blinzelte verzweifelt, panisch. Und ich sah, wie sich die Kaninchenmutter zwischen ihm und mir postierte. Die Mama starrte mich aus einem perfekt kreisrunden Auge an. Ihr Schnäuzchen mümmelte, ihre Ohren zuckten.

Sie sah nicht den zweiten Schatten. Den, der sich rasch von hinten näherte, herabstieß, seine Fänge spreizte und mit ihrem todgeweihten Baby davonflog.

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