Die Welt der Animorphs
  Megamorphs #5 von Luxuna - Kapitel 12
 
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Kapitel 12

Ax

 

Ich hatte nicht ganz die Wahrheit gesagt.

Ich roch sehr wohl etwas von dem Joellam Trysw. Aber es war nicht so heftig und brutal, wie es mich vorhin überrollt hatte. Es war sanft. Wunderbar. Es füllte mich mit Glück.

Ich musste dringend zu der Quelle dieses Geruchs. Ich dachte an kaum was anderes. Allerdings wusste ich auch, dass meine Freunde mich nicht lassen würden. Ich musste es heimlich tun.

Aber Tobias würde mich bewachen. Ich musste den Moment abpassen, wo er gerade nicht zu mir sah.

Und – schwupps! – würde ich da sein. Das war alles, woran ich denken konnte. Mein Hirn war wie vernebelt, und ich wusste nur: ich musste zu diesem Geruch!

Es ist mir wirklich sehr peinlich, dass zuzugeben. Aber in diesem Moment dachte ich noch nicht mal daran, dass die Quelle des Geruchs ein Wesen war – Visser Drei. Und dass, wenn er mich erwischte, alles verloren wäre.

Daran dachte ich einfach nicht. Dieser Gedanke war wie weggewischt.

Aber noch konnte ich mich beherrschen. Ich musste warten, bis Tobias unachtsam wurde. Er konnte nicht die ganze Zeit auf mich sehen.

Als alle anderen gegangen waren, blieb nur noch Rachel kurz. Ich glaube, sie spürte etwas. Sie spürte, dass ich sie anlog. Und sie fragte:

„Ax. Geht es dir wirklich gut? Riechst du überhaupt nichts?“

< Ich rieche die Tiere aus Cassies Scheune >, antwortete ich. < Aber sonst nichts vom Joellam Trysw. >

„OK“, sagte sie erleichtert. „Tobias? Schlaf ja nicht ein. Sei stets wachsam. Ja?“

< Keine Sorge, Rachel >, antwortete der. < Ich zieh das schon erfolgreich durch. >

Und dann ging auch Rachel.

< Ax? >, fragte Tobias. < Du kannst jetzt ganz normal weitermachen. Ich werde dich nur ein wenig beobachten. Alles klar? >

< Jaja >, erwiderte ich ein wenig heftig. < Mir geht’s blendend, Tobias. Alles klar. Nichts, was dich beunruhigen sollte. >

Vor lauter Sehnsucht nach dem Joellam Trysw war ich ganz wirr im Kopf. Deswegen setzte ich ein keckerndes Lachen hinzu, was unbesorgt klingen sollte.

Es klang aber eher total verrückt.

Tobias wurde sofort hellhörig. < Ax? Dein Lachen eben klang sehr … beunruhigend. >

< Ach? >, machte ich. < Wieso interessiert dich das? Ist doch egal, oder? >

Und ich rannte los in den Wald über die Wiese, während ich das Gras über meine Hufe aufnahm.

Aber Tobias folgte mir. < He, Ax-Man! Ist ja gut! Cool bleiben! >, rief er. < Ich bin nur besorgt, du könntest möglicherweise … etwas Falsches sagen. >

Na super, dachte ich grimmig. Wie sollte ich jetzt zu dem Geruch kommen?

< Tut mir Leid >, versuchte ich, alles wieder besser zu machen. < Ich bin nur so nervös. Ich habe Angst, ich könnte wieder den Geruch aufnehmen und ich würde dir entwischen. Das wäre schrecklich, oder? >

< Du kommst schon dagegen an >, munterte mich Tobias auf. Doch er machte alles noch schlimmer, denn ich kam ja nicht dagegen an, wie mir bewusst wurde.

Aber war das so wichtig? Ich dachte nicht an das, was passieren könnte; ich dachte an das, was jetzt passieren sollte. Und ich sollte jetzt bei der Quelle des Geruchs sein, das sollte passieren.

Mir fiel etwas ein. Ich blieb stehen.

< Äh… Tobias? Ich muss… mhhh… etwas erledigen. Ich muss etwas aus meinem Körper entsorgen, und… na ja… ihr Menschen wollt doch auch nicht sehr gerne beim - wie nannte Marco es einmal? – Geschäfte machen beobachtet werden, oder? >

Er verstand, was ich meinte. < Na gut >, sagte er, und er klang misstrauisch. < Meinetwegen. Aber mach schnell. Du weißt ja, ich mache mir Sorgen um dich. Du wirkst so … anders. Aber vielleicht mache ich mir ja auch nur was vor. >

< Ja, das wird es sein, Tobias, denn ich habe wirklich gar nichts >, erklärte ich ihm. < Und jetzt … na ja … könntest du mich bitte alleine lassen? >

< Ich sehe doch sowieso nichts im Dunkeln >, machte Tobias mir noch klar. < Aber meinetwegen, ich drehe mich aber nur um. >

Oben im Baum bewegte sich etwas. Ob er jetzt wohl wegschaute? Ich sah mit einem Stielauge zu ihm, während das andere den Wald absuchte und meine Hauptaugen den Weg betrachteten, auf dem ich flüchten wollte.

Tobias hatte sich tatsächlich umgedreht. Ich ging erst zur Tarnung auf einen Baum zu und verschwand dahinter. Ich dachte nicht an Tobias’ gute Ohren. Ich dachte nur, endlich, er sieht mich nicht mehr.

Und sofort galoppierte ich los, in die Richtung, aus der der Geruch kam.

Und natürlich hörte Tobias mich. < He, Ax! >, rief er. < Ax-Man! Warte! Wo willst du hin? >

Ich wurde sauer. < Lass mich! >, brüllte ich ihm zu. < Ich komme ja gleich wieder. >

< Ax! Halt! Nicht riechen! Weg! >, schrie Tobias verzweifelt. Ich hörte ihn hinter mir losflattern, aber er sah im Dunkeln nicht gut und ich ging jetzt wieder leiser, aber schneller.

< AX!  Halt! STOPP! Kämpfe! Kämpfe gegen diesen Drang! AX! >

Seine Gedankenstimme wurde immer leiser. Ich fühlte mich – es schaudert mich heute noch, wenn ich daran denke – wunderbar. Ich hatte Tobias hinter mir gelassen. Ich war auf dem Weg zu der wunderbaren Quelle des Geruchs. Ich fühlte mich – Schande sei über mich – einfach nur wundervoll.

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